Auf dieser Seite
Was hat IWG mit Fora übernommen?
IWG übernimmt die deutsche Fora-Gesellschaft TOG 2 (Germany) Limited und damit die fünf deutschen Fora-Standorte. Laut Anmeldung beim Bundeskartellamt handelt es sich um den mittelbaren Erwerb aller Anteile und die Alleinkontrolle über diese Gesellschaft. Das Vorhaben wurde am 17. April 2026 unter dem Aktenzeichen B1-69/26 angemeldet, Produktmarkt: Büroimmobilien.
Offiziell bestätigt wurde der Käufer zunächst nicht. Dass es sich um IWG handelt, geht aus der Anmeldung beim Bundeskartellamt hervor, über die unter anderem die Immobilien Zeitung im Mai 2026 berichtete. Es betrifft ausschließlich das deutsche Geschäft von Fora, nicht die Standorte im Vereinigten Königreich.
Der Schritt reiht sich in eine Serie ein. Erst hatte IWG den deutschen Premiumanbieter Design Offices mit rund 50 Standorten übernommen, jetzt folgen die deutschen Fora-Flächen. Allein im ersten Quartal 2026 nahm der Konzern laut konii.de (Juni 2026) weltweit 382 neue Standorte unter Vertrag, davon 66 in Deutschland.
Welche Fora-Standorte sind betroffen?
Betroffen sind fünf Fora-Standorte in drei deutschen Städten: drei in Berlin sowie je einer in Hamburg und Frankfurt am Main. Es handelt sich durchweg um hochwertige Innenstadtlagen, ein Profil, das gut zu IWGs Ausbau im Premiumsegment passt.
Die fünf deutschen Fora-Standorte im Überblick:
| Stadt | Standort | Adresse |
|---|---|---|
| Berlin | Kontorhaus | Kronenstraße 63, 10117 Berlin |
| Berlin | Linden Palais | Unter den Linden 40, 10117 Berlin |
| Berlin | Pressehaus Podium | Karl-Liebknecht-Straße 29A, 10178 Berlin |
| Hamburg | Haus am Domplatz | Curienstraße 2, 20095 Hamburg |
| Frankfurt | Oper 46 | Bockenheimer Anlage 46, 60322 Frankfurt am Main |
Für Bestandskunden an diesen Standorten ändert sich kurzfristig voraussichtlich wenig. Mit dem Eigentümerwechsel kommt aber die übliche Frage nach Marke, Service-Level und Konditionen auf. Aktuelle Standortprofile und Verfügbarkeiten in Berlin findest Du über unsere Standortkarte für Berlin.
Wer ist Fora und warum verlässt das Unternehmen Deutschland?
Fora ist eine britische Premium-Marke für Flex- und Serviced Offices mit Sitz in London. 2022 fusionierten Fora und The Office Group (TOG) und treten seither unter der einheitlichen Endkundenmarke Fora auf, mit The Office Group als Muttergesellschaft. So beschreibt es die Branchenplattform Coworking Europe (April 2026).
Der Verkauf des Deutschlandgeschäfts ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Fora konzentriert sich nach Angaben von Coworking Europe wieder stärker auf den britischen Heimatmarkt und das Format des Managed Office, wo die Nachfrage in London weiter wächst. Parallel baut das Unternehmen dort aus, etwa mit einem neuen Standort in Shoreditch und einer großen Neueröffnung.
Aus Marktsicht ist das ein bekanntes Muster: Ein internationaler Anbieter zieht sich aus einem Auslandsmarkt zurück, in dem ein größerer Plattformbetreiber die Skalenvorteile besser hebt. Genau diese Flächen sind für IWG attraktiv, weil sie gut zum Premium- und Innenstadtfokus des Konzerns passen.
Warum kauft IWG schon wieder zu?
IWG kauft zu, weil der Konzern seine Plattformstrategie konsequent über Zukäufe skaliert. IWG ist nach eigener Darstellung der weltweit größte Anbieter flexibler Arbeitsflächen und betreibt rund 4.000 Standorte in mehr als 120 Ländern, bei einem Umsatz von etwa 3,7 Milliarden US-Dollar (2024) und rund 10.000 Mitarbeitenden, so Coworking Europe und allwork.space.
Der Konzern verschiebt sein Gewicht zunehmend auf ein kapitalschonendes Franchise- und Management-Partnermodell, in der Branche oft mit Hotelketten wie Hilton oder Marriott verglichen. In dieses Modell fügen sich Zukäufe gut ein: bestehende, etablierte Flächen übernehmen, auf die eigene Plattform heben und Skalenvorteile realisieren.
Die Fora-Übernahme folgt damit derselben Logik wie der Design-Offices-Deal. Wie der Konzern in Deutschland strategisch vorgeht, ordnen wir ausführlich in unserer Analyse zur Übernahme von Design Offices durch IWG ein.
Was bedeutet die Übernahme für den deutschen Flex-Office-Markt?
Für den deutschen Markt bedeutet die Fora-Übernahme eine weitere Stufe der Konsolidierung. Innerhalb weniger Monate hat IWG mit Design Offices und den deutschen Fora-Flächen gleich zwei etablierte Premium-Anbieter eingesammelt. Damit konzentriert sich ein wachsender Teil des hochwertigen Innenstadtangebots bei einem einzigen, gut kapitalisierten Konzern.
Der Hintergrund: Mit Design Offices kamen rund 50 Standorte in 15 deutschen Städten und etwa 260.000 Quadratmeter Premiumfläche ins IWG-Portfolio, bei einem Design-Offices-Jahresumsatz von 142 Millionen Euro (2024). Die fünf Fora-Standorte ergänzen dieses Bild punktuell in Top-Lagen von Berlin, Hamburg und Frankfurt.
Für den Wettbewerb heißt das: Mehr Marktmacht in Premiumlagen und mehr Tempo in der Konsolidierung. Gleichzeitig entsteht Raum für Anbieter, die auf persönliche Beratung, Flexibilität und Unabhängigkeit setzen. Je komplexer der Markt wird, desto größer wird der Bedarf an neutraler Orientierung. Der Führungswechsel an der IWG-Spitze fällt übrigens in genau diese Phase, was wir in unserem Beitrag zu Mark Dixons Rückzug als IWG-CEO einordnen.
Was heißt das für Fora-Kunden und Bürosuchende?
Für Fora-Kunden gilt: Bestehende Verträge laufen zunächst voraussichtlich unverändert weiter. Die praktisch wichtigste Frage ist, ob die Marke Fora in Deutschland bestehen bleibt oder mittelfristig in die IWG-Marken wie Regus oder Spaces überführt wird. Diese Frage ist noch offen, und sie entscheidet über Positionierung, Service-Level und Konditionen.
Wer aktuell ein Flex Office sucht, trifft auf einen Markt, der professioneller, aber auch konzentrierter ist als noch vor wenigen Jahren. Mehr Standorte unter einem Konzerndach erhöhen die Verfügbarkeit, können aber die Vergleichbarkeit erschweren, wenn mehrere Marken zur selben Gruppe gehören. Eine erste Orientierung, wann sich ein klassisches Büro und wann ein Flex Office lohnt, geben wir im Ratgeber Büro mieten oder Flex Office?.
Genau hier setzt unabhängige Beratung an. Statt sich auf das Portfolio eines einzelnen Konzerns zu verlassen, lohnt der Vergleich über alle Anbieter hinweg, gerade in Top-Lagen wie Frankfurt und Hamburg, wo die übernommenen Fora-Flächen liegen.
Fazit
IWG übernimmt die deutschen Fora-Standorte und setzt damit nach Design Offices die Konsolidierung des deutschen Flex-Office-Markts fort. Fünf Premium-Standorte in Berlin, Hamburg und Frankfurt wechseln den Eigentümer, während Fora sich auf den britischen Markt konzentriert.
Für Unternehmen, die ein Büro suchen, ist weniger der einzelne Deal entscheidend als die Marktbewegung dahinter: Der Markt wird größer und gleichzeitig konzentrierter, und damit wächst der Wert einer unabhängigen Einordnung. Wir verfolgen, wie es mit Marke und Konditionen der übernommenen Standorte weitergeht.
.jpg)

.avif)

