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IWG (Regus) übernimmt Design Offices – 50 Standorte und 260.000 m²

IWG hat Design Offices übernommen – 50 Standorte, 260.000 m², alle Städte mit Flächen. Plus: Was der Deal für Corporate-Mieter und den Flex-Office-Markt bedeutet.

IWG (Regus) übernimmt Design Offices – 50 Standorte und 260.000 m²

IWG übernimmt Design Offices: Was die größte Flex-Office-Transaktion in Deutschland für den Markt bedeutet

IWG, der weltgrößte Flex-Office-Betreiber, hat Design Offices vollständig übernommen. Damit kommen 50 Standorte und rund 260.000 m² Premium-Fläche in 15 deutschen Städten ins IWG-Portfolio. Der Deal schließt eine strategische Lücke bei Großkunden, positioniert IWG gegen aufkommende Konkurrenten wie z.B. Industrious und markiert einen Wendepunkt im deutschen Flex-Office-Markt. Für Bestandskunden ändert sich kurzfristig (vermutlich) nichts – mittelfristig aber könnte dieser Deal die gesamte Preisdynamik und Markenlandschaft im deutschen Flex-Office-Segment neu definieren.

Der Deal: IWG kauft Design Offices

Die International Workplace Group (IWG) unter Mark Dixon – weltweit größter Betreiber flexibler Arbeitsflächen mit über 4.600 Centern und über 1 Million Räumen in mehr als 120 Ländern – hat Design Offices in Deutschland vollständig übernommen.

Design Offices ist einer der bekanntesten und am besten positionierten Flex-Office-Betreiber Deutschlands. Das Unternehmen wurde von Michael Schmutzer 2008 gegründet und steht für hochwertiges Design, Premium-Lagen und ein klares Corporate-Coworking-Konzept. Unter CEO Dr. Joachim Gripp, der die Unternehmensführung am 01.06.2020 übernahm, wuchs Design Offices zu einem der bekanntesten Flex-Office-Betreiber Deutschlands. Mit 50 Standorten in 15 deutschen Städten, rund 260.000 Quadratmetern Fläche und einem Jahresumsatz von 142 Millionen Euro (2024, +4 % gegenüber Vorjahr) ist Design Offices die substanziellste Akquisitionen in der Geschichte des deutschen Flex-Office-Markts.

IWG selbst befindet sich auf Rekordkurs: Am 3. März 2026 – und damit brandaktuell – meldete das Unternehmen die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025. Der systemweite Umsatz stieg auf 4,5 Mrd. USD (+4 %), das bereinigte EBITDA auf 531 Mio. USD (+6 %), und der operative Cashflow vor Zentralfunktionen legte um 60 % auf 162 Mio. USD zu. Für 2026 prognostiziert IWG ein bereinigtes EBITDA von 585–625 Mio. USD – mittelfristig peilt das Unternehmen mindestens 1 Mrd. USD EBITDA an. Stärker könnte das Umfeld für einen solchen Deal kaum sein.

Es ist eine der bedeutendsten Transaktionen im deutschen Coworking- und Flex-Office-Segment überhaupt.

Warum dieser Deal die Marktlogik verändert

Für IWG schließt die Übernahme eine strategische Lücke: Deutschland ist einer der größten Büromärkte Europas – im IWG-Portfolio aber bislang unterrepräsentiert. Design Offices bringt auf einen Schlag 50 etablierte Standorte, eine treue Stammkundschaft aus Corporates und Mittelstand, und eine Durchschnittsbelegung von rund 80 %. Das ist kein Turnaround-Case – das ist ein funktionierendes, profitables Portfolio.

Strategisch passt die Übernahme perfekt zur laufenden Transformation von IWG: Das Unternehmen baut sein Franchise- und Management-Partnermodell konsequent aus. Allein 2025 stiegen die wiederkehrenden Managementgebühren um 140 % auf 45 Mio. USD, Management- und Franchise-Standorte machen bereits 33 % des Portfolios aus – Tendenz stark steigend. IWG positioniert sich dabei explizit als das Hilton oder Marriott der Bürowelt: kapitalschonend, skalierbar, markengestützt. Und genau in dieses Modell fügt sich eine Übernahme wie Design Offices ein: lokale Marktführerschaft, übernehmen, optimieren, skalieren.

Für den deutschen Markt ist es ein klares Signal: Der Flex-Office-Sektor konsolidiert sich. Nach der Restrukturierung von WeWork und dem Rückzug diverser kleinerer Anbieter aus der Fläche konzentriert sich Kapital und Volumen bei wenigen, gut kapitalisierten Plattformen. IWG ist nach eigener Aussage bereits "größer als die nächsten 10 Wettbewerber zusammen" – und mit Design Offices zementiert das Unternehmen diese Dominanz nun auch in Deutschland.

Für Nutzer und Mieter stellt sich eine entscheidende Frage: Bleibt Design Offices als Marke bestehen – mit dem Design-Offices-Anspruch, dem Service-Level und der Positionierung, die Kunden schätzen? Oder wird das Portfolio in die globalen IWG-Marken Regus oder Spaces integriert? Diese Frage ist noch offen. IWG hat bei früheren Übernahmen Marken teils beibehalten, teils zusammengeführt.

Design Offices, Empfangshalle vom Fürst und Friedrich
Design Offices - Düsseldorf - Fürst & Friedrich

Alle Design Offices Standorte – jetzt Teil von IWG

Berlin
Standort Fläche (ca.)
Berlin Am Zoo~7.500 m²
Berlin Humboldthafen~5.000 m²
Berlin Leipziger Platz~2.500 m²
Berlin Ostbahnhof~8.500 m²
Berlin Unter den Linden~2.000 m²
DIE MACHEREI Berlin-Kreuzbergk. A.
Bonn
Standort Fläche (ca.)
Bonn Hauptbahnhof~3.000 m²
Bonn Neuer Kanzlerplatz~10.500 m²
Düsseldorf
Standort Fläche (ca.)
Düsseldorf Fürst & Friedrich~5.400 m²
Düsseldorf Kaiserteich~5.000 m²
Düsseldorf Kaistraße~3.000 m²
Erlangen
Standort Fläche (ca.)
Erlangen Paul Carré~4.000 m²
Essen
Standort Fläche (ca.)
Essen Ruhr Tower~7.000 m²
Frankfurt am Main
Standort Fläche (ca.)
Frankfurt Barckhausstraße~3.000 m²
Frankfurt Eschborn~1.000 m²
Frankfurt Westendcarree~4.000 m²
Frankfurt Wiesenhüttenplatz~4.000 m²
Hamburg
Standort Fläche (ca.)
Hamburg Domplatz~2.200 m²
Hamburg Hammerbrook~9.000 m²
Hamburg Rödingsmarkt~1.200 m²
Hannover
Standort Fläche (ca.)
Hannover Vahrenwald~6.700 m²
Heidelberg
Standort Fläche (ca.)
Heidelberg Colours~3.800 m²
Karlsruhe
Standort Fläche (ca.)
Karlsruhe Bahnhofplatz~4.500 m²
Köln
Standort Fläche (ca.)
Köln Dominium~9.000 m²
Köln Gereon~2.700 m²
Köln Mediapark~5.000 m²
Köln Schanzenstraße~13.000 m²
Leipzig
Standort Fläche (ca.)
Leipzig Post~6.690 m²
München
Standort Fläche (ca.)
München Arnulfbogen~1.000 m²
München Arnulfpark~4.000 m²
München Atlas~8.000 m²
München Bogenhausen~10.000 m²
München Campus Königsplatz~18.000 m²
München Highlight Towers~8.800 m²
München Macherei~16.500 m²
München Nove~3.000 m²
München Schwabinger Tor~1.600 m²
München Westend~1.400 m²
Nürnberg
Standort Fläche (ca.)
Nürnberg City~2.140 m²
Nürnberg Hauptbahnhof~12.300 m²
Stuttgart
Standort Fläche (ca.)
Stuttgart Eberhardhöfe~5.000 m²
Stuttgart Gerlingen~2.000 m²
Stuttgart Mitte~2.500 m²
Stuttgart Tower~7.000 m²
Gesamtübersicht nach Stadt
Stadt Anzahl Standorte Fläche gesamt (ca.)
München10~72.300 m²
Berlin6>25.500 m² + k. A. (Macherei)
Köln4~29.700 m²
Nürnberg2~14.440 m²
Hamburg3~12.400 m²
Bonn2~13.500 m²
Stuttgart4~16.500 m²
Frankfurt4~12.000 m²
Düsseldorf3~13.400 m²
Hannover1~6.700 m²
Leipzig1~6.690 m²
Essen1~7.000 m²
Karlsruhe1~4.500 m²
Erlangen1~4.000 m²
Heidelberg1~3.800 m²
Gesamt~50~263.600 m²
Flächenangaben basieren auf öffentlich verfügbaren Quellen, Pressemitteilungen, Standortprofilen und Herstellerangaben.

Was die Übernahme konkret bedeutet – eine Einordnung

1. Deutschland rückt für IWG strategisch stärker in den Fokus. Bislang war der Konzern IWG hierzulande vor allem über die Marken Regus, Spaces, HQ und Signature vertreten. Das Portfolio war breit, hatte jedoch eine strukturelle Schwäche: Die meisten Standorte waren zu klein, um große Corporate-Kunden mit mehreren hundert Arbeitsplätzen aufzunehmen oder langfristige Enterprise-Rahmenverträge abzuschließen. Genau hier setzt Design Offices an. Das Unternehmen hat sich früh auf Corporates spezialisiert, betreibt viele Standorte mit Flächen zwischen rund 4.000 und 18.000 Quadratmetern und betreut zahlreiche Großunternehmen – also genau jene Kundengruppe, die IWG in Deutschland bislang nur eingeschränkt bedienen konnte. Mit der Übernahme kann IWG vermehrt auch hierzulande größere Corporate-Deals realisieren.

2. Angriff als beste Verteidigung: IWG positioniert sich gegen den nächsten Herausforderer. Der Zeitpunkt der Übernahme dürfte kein Zufall sein. Industrious, seit 2023 mehrheitlich im Besitz des globalen Immobiliendienstleisters CBRE und damit mit erheblichem Kapital ausgestattet, hat begonnen, in Deutschland Fuß zu fassen. Das Unternehmen betreibt bereits zwei Standorte in Berlin, im Atrium Tower und im BEAM, sowie einen weiteren im neu eröffneten Frankfurter Global Tower. Industrious steht für hochwertige Managed-Office-Konzepte mit klarer Corporate-Ausrichtung – und positioniert sich damit genau in dem Segment, das Design Offices in Deutschland bislang besetzt hat.

„Industrious ist kein klassischer Coworking-Anbieter, sondern ein kapitalstarkes, institutionell finanziertes Produkt, das gezielt auf Corporate-Kunden ausgerichtet ist – genau auf jene Kundengruppe, die Design Offices in Deutschland aufgebaut hat. Dass IWG jetzt handelt, bevor Industrious weiter Marktanteile gewinnen kann, wirkt wie ein klares strategisches Signal. Angriff ist in diesem Fall die beste Verteidigung. Wer die besten Lagen und die größten Flächen kontrolliert, setzt die Benchmark im Markt – und an dieser müssen sich alle anderen messen lassen.“ — Fabrizio Lauria, Gründer von CoWorking Capital

IWG hat mit dieser Akquisition reagiert, bevor ein erstarkender Wettbewerber weiteres Terrain gewinnen konnte – klassisches strategisches Land-Grabbing im deutschen Premium-Segment.

3. IWG wächst schneller als der Markt – und finanziert das kapitalschonend. Laut den frischen Zahlen vom März 2026 hat IWG 2025 insgesamt 1.132 neue Center unterzeichnet (+26 %) und 782 eröffnet (+25 %). Das Franchise- und Management-Partnergeschäft wächst rasant: Die wiederkehrenden Managementgebühren stiegen um 140 % auf 45 Mio. USD. Bis die aktuelle Pipeline vollständig reift, erwartet IWG ein Umsatzpotenzial von über 1,8 Mrd. USD allein aus diesem Segment. Design Offices fügt sich perfekt in dieses Modell: bestehendes Premium-Portfolio übernehmen, auf die IWG-Plattform heben, Skalenvorteile realisieren.

4. Für Bestandskunden: Verträge laufen vermutlich weiter. Bestehende Mietverträge bei Design Offices bleiben zunächst wahrscheinlich unverändert. Die entscheidende Frage ist, was mittelfristig mit der Marke, dem Service-Level und den Konditionen passiert. Wer heute neu sucht, sollte die Entwicklung im Blick behalten.

5. Konsolidierung schafft auch Chancen. Wo ein globaler Konzern die Fläche dominiert, entstehen Nischen für Anbieter, die persönliche Beratung, Flexibilität und Unabhängigkeit bieten. Die Komplexität im Markt steigt – und damit der Bedarf an neutraler Orientierung.

„Die Konsolidierung im deutschen Flex-Office-Markt läuft bereits seit einigen Jahren – bislang hat sie jedoch vor allem kleinere Anbieter getroffen. Dass nun mit Design Offices ein etablierter Qualitätsanbieter übernommen wird, ist ein neues Signal für den Markt. IWG schließt damit eine strategische Lücke: Unternehmen mit großem Flächenbedarf fanden in Deutschland bislang nur selten passende Angebote innerhalb des IWG-Portfolios, meist lediglich über die Marke Spaces. Design Offices hingegen hat sich früh auf Corporate-Kunden und größere Flächen spezialisiert. Aus strategischer Sicht ist diese Übernahme daher konsequent.“ — Fabrizio Lauria, Gründer von CoWorking Capital

6. Der Flex-Office-Markt reift – und die Zahlen beweisen es. Design Offices hatte zuletzt eine Belegungsrate von rund 80 % – bemerkenswert stabil in einem Markt, der nach COVID stark schwankte. IWG kauft hier kein Sanierungsobjekt, sondern ein laufendes, erprobtes Geschäftsmodell. IWG selbst verbesserte seine bereinigte Bruttomarge an eigenbetriebenen Standorten von 25 % auf 26 % – mit mittelfristigem Ziel von 30 %. Das ist ein starkes Signal für die strukturelle Nachfrage nach flexiblen Büroflächen in Deutschland.

7. Eventflächen – das unterschätzte Alleinstellungsmerkmal von Design Offices. Design Offices ist nicht nur für Büros und Coworking bekannt. Nahezu jeder Standort verfügt über hochwertige Event- und Konferenzflächen – von Rooftop-Locations über Innenhöfe bis zu mehrstöckigen Tagungswelten. Das ist kein Nebenprodukt, sondern ein zentrales Element des Konzepts. IWG hingegen hat in Deutschland so gut wie keine vergleichbare Eventinfrastruktur.

Design Offices - Unter den Linden - Berlin

Fazit

Die Übernahme von Design Offices durch IWG ist ein Wendepunkt im deutschen Flex-Office-Markt. Wer heute ein flexibles Büro sucht – ob Einzelbüro, Coworking-Platz oder eine ganze Etage – trifft auf einen Markt, der professioneller, aber auch konzentrierter ist als je zuvor.

Wir werden die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, insbesondere mit Blick darauf, wie sich die Marke Design Offices, die Konditionen und das Serviceangebot unter dem Dach von IWG entwickeln. Persönlich freue ich mich für IWG und Design Offices und bin gespannt, welche Entwicklungen der Markt in den kommenden Monaten noch sehen wird.

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